Donnerstag, 29. August 2013

PADUA: Zwei Tage auf den Spuren des Hlg. Antonius

Wie versprochen, berichte ich noch von meinem Aufenthalt in Padua, meinem ersten grossen Ziel auf meinem Pilgerweg nach Rom, den ich dann hoffentlich naestes Jahr dann weitergehen kann.

Die Ankuft in unserem Kloster dort war typisch franziskanisch: "Hallo, mein Name ist Bruder Martin, ich bin ein Rompilger. Mein Mitbruder Anselm aus Wuerzburg hat mich fuer heute hier angemeldet, ich wuerde gerne 2 Tage uebernachten, bevor ich mit dem Zug nach Assisi fahre, um dort Italienisch zu lernen."
Antwort des Pfoertners: "Br. Martin, aus Deutschlan? Rompilger? Telefonanruf? Nein...keine Ahnung...
Aber MACHT NIX, null problemo, du kannst natuerlich hier bleiben."

Also bekomme ich ein kleines schoenes Zimmer im Noviziattrakt des Klosters und alle Basics erklaehrt:
Gebetszeiten, Essenszeiten, Schluessel. Danach geht es auch schon gleich zum lecker Abendessen.
Wie sagte eine deutsche Jakobspilgerin, die ich in Trient getroffen hatte: "Ich liebe die italienische Kueche, die ist so herrlich primitiv und lecker." Der zweiten Klassifikation kann ich mich ohne Probleme anschliessen.

Refektorium:


Der naesten Tag verbrachte ich fast ausschliesslich in der Basilika und versuchte mir das Bauwerk mit Hilfe eines Kustfuehrers zu erschliessen. Ausserdem war es wirklich interessant den Bruedern bei ihrer "Arbeit" dort einfach nur zuzusehen:
ein Bruder segnet ohne Unterlass die Pilgergruppen, Andachtsgegenstaende etc.,
ein Bruder steht immer zum Gespraech zur Verfuegung,
ein Bruder mindestens ist staendig in der Beichtkapelle praesent,

ein Bruder ist am Grab des Hlg. Antonius und sorgt fuer Ordnung und hilft besonders den behinderten Menschen dort,
ein Bruder nimmt die Messen auf,
ein Bruder mindestens kuemmert ich um die Sakristei,
15 (!) Brueder stehen an einem normalen Sonntag den Gottesdiensten vor. Wektags sind es nur 9 ;-)

Teil der Reliquien:


Anbetungskappelle:

Am Grab von "il Santo":

Am Tag meiner Abreise habe ich dann noch Zeit die Stadt ein wenig mir zu erobern, es bleibt aber nur bei eiigen Schlaglichtern. Ich muss wohl da nochmal zuruekkommen. :-)




Mittwoch, 28. August 2013

Neue Bleibe fuer einen Monat


Seit gestern bin ich nun also in Assisi. Hier werde ich fuer einen Monat in die "Geheimnisse" der italienischen Spache eingefuehrt werdem. Ich wohne in der Zeit im Sacro Convento mit ueber 50 Bruedern aus aller Welt...spannend :-)
Die Tastatur hat zwar keine Umlaute, aber ich werde mich wohl langsam eingewoehnen ;-)

Sonntag, 25. August 2013

BREAK: Erster Teil meines Weges endet in Padua

Vollbracht! Um die 800 km weit, 4 Wochen lang, 10kg weniger und unzählige gute Erfahrungen reicher, das war er also, der erste Teil meiner Pilgerreise nach Rom. Hoffentlich im nächsten Jahr kann ich dann den zweiten und letzten Teil meiner Reise antreten...die ewige Stadt wartet zum Glück auf mich.

Danke für alle Gebete und guten Wünsche auf meinem Weg. Manchmal hatte ich tatsächlich das Gefühl wahrhaft getragen zu sein, besonders auf den unangenehmen Teilstücken.

In 4 Wochen habe ich nie ein unangenehmes Wort erfahren, niemals bin ich abgewiesen worden und oft aus heiterem Himmel einfach so beschenkt worden.

Deshalb auch meine Empfehlung:
Scheiß auf Urlaub...geh Pilgern.
:-)

Ich darf jetzt noch 4 Wochen in Assisi verbringen und dort in einer Sprachschule Italienisch lernen. Denn in Italien unterwegs zu sein, ohne italienisch zu können ist doch recht schwierig und nicht zu empfehlen.

Vergelt's Gott für alles und jeden auf dem Weg; bis zum nächsten Jahr.

Etappe: Camposamiero - Padua

Nach einer schönen Messe mit den Brüdern und italienischem Stehkaffee zum Frühstück war ich gestärkt die letzte Wegstrecke meines Pilgerweges nach Rom für dieses Jahr anzutreten: nach Padua, zu 'il Santo', dem heiligen Antonius.

Der Weg gestaltet sich ähnlich wie gestern, nur weniger Mais, dafür mehr Häuser. Verrückt an diesem Tag aber ist, dass ich 20km einfach geradeaus gehe. Die Straße ist kerzengerade von Camposamiero nach Padua gebaut worden, keine Kurven, keine leichte Biegung...einfach eine Teerlinie in der Landschaft. Sowas habe ich bisher noch nie erlebt. In den Ausläufern von Padua muss ich dann aber doch die Karte wieder zitieren.

Mit seinen über 2000 Jahren hat Padua eine bewegte (Bau)-Geschichte erfahren. Von antiken Resten, mittelalterlichen Türmen, prächtigen Palazzi, faschistoiden Bausünden und den ganzen modernen Gebäuden findet man hier alles. Und natürlich viele viele Kirchen. Neben der schönsten darf ich heute schlafen.

Die Brüder im hiesigen Konvent haben mich ganz herzlich aufgenommen. Weil Sonntag ist, gab es auch noch ein köstliches Abendessen. Ein schöner Tag geht jetzt mit einem krachenden, Kühle-bringenden Gewitter zuende...so lob ich es mir :-)

Etappe: Bassano del Grappa - Camposampiro

Auf dieser Tagesetappe gab es viel Neues für mich. Es war vorbei mit Mais und Radfahrern, ja es war vorbei mit dem Bild großflächiger Agrarnutzung. Meine Durchmarschgebiet ist urban geworden. Zwischen den Siedlungen gibt es zwar noch vereinzelte (Mais)-Felder und Obstplantagen, aber ansonsten erlebte ich den Tag in einer sich stehts wiederholenden Abfolge:
Häuser...Bar...Schuhgeschäft...Kirche...Bekleidungsgeschäft...Tabacchi...Bar...Häuser.
Wenn es mal ein sehr kleines Dorf war: Bar...Kirche...Bar.

Zwischen 12 und 16 Uhr ging ich durch regelrechte Geisterstädte, die Italiener nehmen es mit ihrer Siesta sehr genau. Wer sich vorstellen möchte wie die Welt aussähe, würden alle Menschen der Erde in einem Augenblick verschwinden, dem empfehle ich Italien zur Mittagszeit.

Nach etwa 30 Kilometern und 30 Grad ständiger Sonnenbestrahlung kam ich gegen 17 Uhr bei meinen Brüdern in Camposampiro an.

Hier beginnt dann auch der "Antoniusweg". Hier verbrachte der heilige Antonius von Padua seine letzten Lebensmonate in einer kleinen Hütte auf einem Nussbaum(!). Hier steht heute eine Wallfahrtskirche und die italienischen Minoriten betreiben dort ein großes Jugendzentrum.

P.S. Die Bilder des Tages stelle ich als Update rein, wenn ich wieder W-LAN habe. Ciao...grazie  :-)

Freitag, 23. August 2013

Etappe: Tezze - Bassano del Grappa

Hatte ich eigentlich mal erwähnt, was ich von Mais und Fahrradfahrern halte...ach ja gestern. Es sind wirklich diese Tage, an denen Pilgern hart ist...sehr hart. Man kann ja auch nicht weg und so geht man bei 30° an Maisfeldern vorbei und lasse die Fahrradfahrer an mir vorbeizischen.

Das Panorama entschädigt zum Glück und auch mein Ziel Bassano del Grappa ist wirklich sehr ansehnlich.

Unterschlupf habe ich heute in einer schönen Jugendherberge gefunden. Auch blieb die Zeit noch für ein wenig Sightseeing heute Abend.

Donnerstag, 22. August 2013

Etappe: Levicosee - Tezze

Von der ausgehenden Sonne wachgeküsst und mit Seewasser gestählt, geht es heute früh hoch nach Levico-Terme, ein nettes Städtchen mit Heilquellen.
Dann geht es abwärts in die Vasulgana. Laut Plan ist es die letzte Erhebung für den Rest der Woche gewesen, bis Padua gibt es keine Berge mehr zu überwinden.

Ich wandere durch ein wunderbares Flußtal. Rechts und links erheben sich majestätisch die Berge. Es könnte traumhaft sein, wenn da nicht 2 Dinge wären, die mir gehörig auf den Senkel gehen:
Fahrradfahrer und Mais. Beides gibt es an diesem Tag massenweise. Ich habe das Gefühl, dass der Giro d'Italia an mir vorbeirauscht, wären da nicht die Speckwampen unter den hautengen Fahrradsuits zu sehen. Und dann dieser Mais...für was braucht man so viel Mais? Futter, Bioenergie??

Hoffentlich hat das morgen ein Ende, ich möchte nicht als Fahrradopfer in einem Maisfeld enden.

PS: Foto Nr.1 hätte ich alle 30 Sekunden machen können.
:-)

PPS: Auch bei den Dorfkirchen merkt man langsam den italienischen Einschlag. (wenn sie denn offen sind)

Update: Etappe: Trient - Levicosee

Leider hat die Technik nicht mitgespielt und mein Post von gestern hat sich ins Nirvana verabschiedet. Vielleicht waren auch einfach die Bilder zu schön...äh...groß :-)

Gestern hatte ich eine schöne Strecke an zwei Sehen vorbei, am letzteren habe ich dann auch übernachtet. Die Bilder stelle ich dann online, wenn ich wieder besseres Netz habe.

Dienstag, 20. August 2013

Wege

Nachdem ich heute ja etwas Zeit habe, möchte ich den ersten Teil einer Fotoserie online stellen, die mich wirklich seit beginn meiner Reise begleitet und fasziniert: Wege.

So verschieden, so unterschiedlich oft begangen, kurios angelegt oder unter erschwerten Bedingungen realisiert. Manche sind schon über 2000 Jahre alt, Brixen manchen ist der Asphalt noch nicht richtig getrocknet.

Es ist jeden Tag wieder faszinierend auf ihnen zu gehen und von den schönsten habe ich ein Bild gemacht.